Der Tag fängt wettertechnisch nicht so vielversprechend an wie die bisherigen, was jedoch die Ü30-Frauen nicht in ihrem Tatendrang bremsen kann. Gegen 11.30 Uhr brechen wir zu unserer Wanderung durchs Svartebekken auf. Anfangs ist es ziemlich schwül, der zwar leichte, dafür aber permanente Anstieg lässt meinen Wanderelan schon schnell wieder schrumpfen, jedoch die Boshaftigkeit meiner Kommentare anschwellen. Da leider keiner darauf anspringt, wandern wir unverzagt weiter. An einer Weggabelung studieren wir die Karte, um den weiteren Wegverlauf zu erkunden, als plötzlich undefinierbare, unheimliche, nicht der Zivilisation zuzuordnende Geräusche ertönen. Wir beschliessen spontan, NICHT in DIESE Richtung zu gehen. Stattdessen schlagen wir uns ins Gehölz, folgen einem kaum wahrnehmbaren Pfad, der aber nach kurzer Zeit erstaunlicherweise (wir sind schliesslich Frauen) wieder in den breiten Hauptpfad mündet. Dann verzieht sich die Sonne (siehe oben, das Wanderwetter wird erträglich), die beiden Seen kommen in Sicht und ausserdem Unmengen an Blaubeeren……..lecker….
Am See erreichen wir eine kleine Hütte, sehr romantisch, wir geniessen die Stille. Zur Erinnerung schiesst Erika unter Einsatz ihres Lebens, nach Erklimmen eines wackligen Tisches, einige Erinnerungsfotos. Sie muss diesen Akt auch noch wiederholen, da ich nach Betrachtung der Bilder spontan feststellen musste, dass ich mich soooooo nicht fotografieren lasse. Man muss beim Kauf von Fotorucksäcken auch auf gewisse modische Details achten!
Wir wandern weiter und stellen fest, dass man sich gut am Verlauf der Hochspannungsleitungen orientieren kann, was uns spontan zu einer szenerischen Darstellung veranlasst. Wir werden diese zur Illustration unserer Wandererlebnisse dem Rest der Familie als gespieltes Rätsel vorführen (Foto folgt – vielleicht…).
Ungefähr ab der Hälfte der Wanderung beginnt Ulrike in Erwartung des Wasserfalls zu nerven, ningeln, quengeln….. Sie ist quasi kurz davor, sich schreiend auf dem Boden zu werfen, wenn er nicht bald kommt. Endlich kommt er, zwar noch nicht in Sicht, aber wenigsten in Hörweite. Sofort beschleunigen sich unsere Schritte. (Kommentar von Erika aus dem Hintergrund: „Den habe ich nicht gefunden, der war schon da!“)
Ulrike ist ein wenig enttäuscht ob der geringen Fallhöhe des Wassers, macht aber trotzdem mindestens gefühlte 200 Fotos. Das es nicht mehr wurden, lag am einsetzenden Regen; wir setzten unsere Wanderung raschen Schrittes fort, lediglich am Abzweig zum Skopphornet-Aufstieg machen wir noch mal kurz Pause. Den Gipfelsturm werden wir wohl nicht schaffen, aber wenigstens den See unterhalb würden wir schon noch gerne erwandern .
Inzwischen hört es auf, langsam zu regnen und wir greifen zum Telefon, um unser Taxi zu rufen. Wobei Erika feststellt, dass sie zwar die billige Sunsim-Karte im Telefon hat, aber keine gespeicherten Nummern. An die Einzige, die uns einfällt, geht Mathias. Der befindet sich leider beim Angeln. Er kann uns aber weiterleiten und so werden wir dann im inzwischen strömenden Regen wieder eingesammelt. Kai zeigt dabei durch mehrmaliges Abfahren des Kreisverkehres an der Brücke von Sykkylven der mitfahrenden Susanne die schöne Umgebung. (Dauer der Wanderung ca 3,5 Std).
Gerd, Mathias und Robert waren in der Zwischenzeit beim „kollektiven Würmerbaden“ (O-Ton Mathias). Total erfolglos, aber nicht entmutigt.
Abends schlagen wir uns verdient den Magen mit Unmengen von Kartoffelbrei und Jagdwurst voll – es reicht für mindestens das nächste halbe Jahr……



