Nachdem sich der Tag wettermäßig eher durchwachsen zeigte und Susanne ja bereits Wochen vorher absolut präzise Erkundungen hinsichtlich der Shoppingmöglichkeiten eingeholt hatte, war der Tag wie geschaffen für eine Tour de femme. Die schont zwar nicht den Geldbeutel, aber die Nerven sowohl der Männer als auch der Frauen. Gegen Mittag bestieg also unsere Viererrunde den Bus – Erika am Steuer, Susanne als Beifahrer/Lotse (bewaffnet mit einem Innenstadtplan und einer Einweisung ihres Vaters) und Ulrike und mir in der zweiten Reihe. Die hat den grossen Vorteil, dass man a) weit genug weg ist, um wertvolle Hinweise hinsichtlich der richtigen Route zu geben und b) nah genug dran sitzt, um wertvolle Hinweise hinsichtlich der richtigen Route zu geben 🙂 …….
Da wir die Raglamyr ausserhalb der Stadt ja bereits vom Kurzdurchlauf kannten, ging es also zunächst in die Innenstadt. Wobei die Innenstadt von Haugesund größenmässig überschaubar ist und das Einkaufszentrum ganz leicht zu finden ..irgendwo hinter dem Krankenhaus.. . Das Krankenhaus befand sich tatsächlich an der angegebenen Stelle, das Einkaufszentrum aber nicht. Nach 5 Minuten kannten wir JEDE Strasse der Haugesunder Innenstadt und entschlossen uns dann doch, das Auto auf einem kostenpflichtigen Parkplatz abzustellen (nach kurzer Beratung wurde die bezahlte Zeit auf 3 Stunden festgelegt) und die Suche zu Fuss fortzusetzen. Nach weiteren 5 Minuten standen wir tatsächlich vor dem Eingang – es hätte auch eine Tiefgarage gegeben….
Kurzer Stop am Geldautomaten und los gings..zuerst zum Übersichtsschild und dann zum Fahrstuhl, da wir den Laden von oben aufrollen wollten. Das Center – klein aber fein – hatte in der Mitte zwei Glasfahrstühle, die nebeneinander ein Halbrund bilden. Weil es ja so schön ist, teilten wir uns, Erika und ich in einen und Susanne und Ulrike in den anderen. Das Gebäude hat 5 Stockwerke, wobei nur 3 zum Center gehören. Wir wollten in den 3ten. Vor lauter Begeisterung verpassten Erika und ich das Aussteigen, sodass wir wieder runter fuhren. In der Zwischenzeit waren Susanne und Ulrike auch angekommen und amüsierten sich köstlich über unser Missgeschick… um dabei das Aussteigen zu verpassen und ihrerseits weiter nach oben zu fahren. Was wiederum bei Erika und mir einen Lachkrampf auslöste. Im zweiten Versuch bewegten wir uns dann wieder aufeinander zu und trafen uns tatsächlich im richtigen Stockwerk. Nach und nach klapperten wir dann alle Läden ab, wobei ich/wir (d.h. alle ausser Susanne) wieder vor der Frage standen, wer diese Klamotten eigentlich anziehen soll, wenn die Grössen zwar bei XL enden, dieses XL aber einer gefühlten Größe 38 entspricht.
Ob nun die Erwartungen zu hoch oder das Angebot in Haugesund zu klein war, so richtig zufrieden waren wir nicht. BikBok hatte nichts aufregendes oder gar extravagantes, auch Kappahl riss keinen so richtig vom Hocker. Was aber nicht heissen soll, das nichts gekauft wurde – irgendwas geht immer und sei es für die armen daheim gebliebenen Männer.
Ich z.b. ließ meiner Leidenschaft, T-Shirts für MartinSchatz zu kaufen, freien Lauf . Was allerdings durchaus mit gewissen Schwierigkeiten verbunden war, befanden sich die guten Stücke doch in einer Höhe, die für MartinSchatz keine, für mich jedoch schon eine Herausforderung war. Und es sieht mit Sicherheit total bescheuert aus, wenn man hüpfenderweise mit einem Bügel versucht, die Grössenschilder zu erkennen bzw wenn man dass dann geschafft hat, die Teile von der Stange runter zu kriegen! Bei einem zog ich schlicht und ergreifend solange, bis es vom Bügel rutschte (klappt nur bei entsprechendem Halsausschnitt!). Aber was tut man nicht alles für den Schnäppchenpreis von 3,50 Euro…
Da sich die Parkzeit langsam dem Ende näherte, entschlossen wir uns (ohne nochmalige Fahrstuhlbenutzung) das Center zu verlassen und mit Umweg über die Haupteinkaufstrasse den Rückweg anzutreten. Susanne hatte auf besagter Strasse einen Laden mit norwegischen Strickwaren ausgemacht, in den Ulrike gerne gehen wollte.
Auf dem Weg dorthin fiel mein Blick auf einen Jernia-Laden, so eine Art norwegischer Allroundladen für Heim, Hof, Angeln etc. Und da passierte es : nach vier Jahren Suche, unzähligen Haushaltwarenläden, jeder Messerabteilung in diversen Supermärkten – hing es einfach und schlicht an der Wand: HACKMINNA – das HACKMAN-Brotmesser!!! Für zugegebenermasse stolze 289 NOK (ca 36 Euro) erstanden Erika und ich je ein Messer. Ulrike war derart begeistert, dass sie auch noch eins kaufte – womit wir vermutlich den Hackminna-Umsatz der letzten 3 Jahre getoppt haben….
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