Heute stand nun der Ausflug nach Karmoy auf dem Plan. Die Insel hat einiges zu bieten: die pittoreske Stadt Skudeneshavn mit den auf einer vorgelagerten Insel liegenden Zwillingsleuchttürmen, Sandstrände wie in der Südsee…
Während es bei der Abfahrt zwar bewölkt, aber nicht kalt war, regnete, nein goss es in Haugesund aus Eimern. Sehr, sehr grossen Eimern. Aber schon beim befahren der Brücke zeichnete sich ein Lichtblick am Horizont ab. Ich muss an dieser Stelle mal meinem totalen Unverständnis und meiner Empörung darüber Ausdruck verleihen, dass es in diesem Urlaub öfter vorgekommen ist, das über dem Meer STRAHLEND BLAUER Himmel war – ja wer braucht den denn da????? Da ist doch keiner!
Schließlich landeten wir in Sandve, einem von zwei nebeneinanderliegenden , nur durch – zugegebenermassen grossen – Granitblöcke getrennten Stränden.
Auf dem Weg ans Wasser trafen wir auf ein unerwartetes Hindernis in Gestalt eines über die gesamte Breite reichenden Bächleins – ca 2 Meter breit und vielleicht 10 cm tief . Aufgrund höheren Alters und mangelnder Konstitution (nicht zu vergessen das Zusatzgewicht des Strandequipments) fielen Anlauf nehmen und springen für die ältere Generation aus. Die Alternative konnte also nur im Hochkrempeln der Hosenbeine und dem Ausziehen der Schuhe bestehen (nebenbei ein netter Test in Hinblick auf die zu erwartende Wassertemperatur). Florian Gerd hätte das Wasser bei dieser Art der Querung wohl bis zum Hals gestanden, er wurde getragen. Susanne hatte Probleme ganz anderer Art – die arktische Kälte und ihre engen Hosen liessen ein Durchwaten NICHT zu. Obwohl sie ja sonst immer sofort nach ihrem geliebten Daddy schreit (unvergessen in diesem Zusammenhang das durch die Terassenbretter gerutschte Lineal…“Dääääääääääädddddddyyyyyyyyyyyy“), wandte sie sich diesmal sofort an ihren Bruder….der sie tatsächlich huckepack nahm und auf die andere Seite schleppte! (Anm. d. Mutter: ick denk, ick seh nicht recht!!!)
Am Ufer angekommen, wurde Florian Gerd in den Sand gesetzt – und blieb sitzen. Er war so fasziniert von dieser Riesen-Buddelkiste, dass er wahrscheinlich nicht mal gemerkt hätte, wenn wir alle verschwunden wären. Er schaufelte ununterbrochen Sand von links nach rechts, rechts nach links, nach vorne …..Selbst elementare Bedürfnisse wie Essen und Trinken wurden nebensächlich.
Während sich die üblichen Verdächtigen – Kai, Erika, Ulrike und Robert – todesmutig in die eiskalten Fluten des Atlantik stürzten (wohlgemerkt ohne Neoprenanzug ) vermittelten Gerd und Susanne auch an Land das Bild arktischer Kälte.
Ich erklomm derweil einen der angrenzenden Felsen, um ein paar Fotos zu machen und einfach die Landschaft zu geniessen.
Hinterlasse einen Kommentar