Mittwoch, 30.07.2008

Bei gutem Wetter starten wir halbwegs pünktlich.  Allgemeine Verabschiedung von allen, verbunden mit letzten Ermahnungen an die Kinder 🙂

Der Verkehr hält sich in Grenzen, also kommen wir gut durch. Es ist bewölkt, zwischendurch nieselt es sogar ein wenig. Die Temperatur allerdings sehr angenehm, wollen wir mal hoffen, dass das Skandinavienhoch sich auch dort befindet, wo sein Name es suggeriert.

Gegen 09.40 Uhr erster Kontakt mit Gerd und Ulrike, wir treffen uns an der Tankstelle kurz vor dem Überseehafen. Das erweist sich im nachhinein als Glücksgriff, das Reisebüro hat nämlich nur einen Voucher mitgeschickt (was uns aber bisher entgangen war) und während die Familie Hempel ohne Probleme ihr Ticket bekommt, scheitert der Rest an einer resoluten Frau am Scandline-Schalter. Ich ahne  Schlimmes, auf der Nachbarspur wird bereits etwas von Wartespur gesagt….aber mein ordentlicher Mann hat die Rechnung mit, da stehen sowohl die Personen als auch die Buchungsnummern drauf. Die kann die gute Frau abfragen und somit kann die Reise weitergehen…

Warten auf die Fähre

Warten auf die Fähre

An Bord gönnen wir uns einen Restaurantbesuch – das Essen schmeckt sehr gut, aber über die Preise wollen wir mal schweigen.

Die Verbindung von Kein-Frühstück und Reichlich-Mittag führt bei Teilen der Crew zu gewissen Ausfallerscheinungen, daher dauert die Fahrt länger als geplant.

Klokka halv åtte Ankunft am Abend-Rastplatz. In Ermangelung mitgenommener Speisen gehen wir in den Imbiss. Da keiner von uns bisher Geld getauscht hat, kann ich sofort und todesmutig meine frisch erworbenen Norwegisch-Kenntnisse erproben: „Unnskyld, kan jeg betale med Euro? “ Der bis dahin etwas griesgrämig guckende Mann wird sofort um Klassen freundlicher und antwortet…..- in bestem Deutsch. Soll mir das jetzt zu denken geben? Ich denke nein 😉 .

Gegen  21.45 Uhr erreichen wir die norwegische Grenze und um 22.20 Uhr Rygge. Der bisher eher unscheinbare Wald-und-Wiesenflugplatz ist inzwischen zu einem flotten Regionalflughafen ausgebaut und daher heisst auch unser Hotel nun nicht mehr By-the-Way sondern ist jetzt ein „Flyplassene Hotell“. Die Preise im Restaurant sind auch zum Abheben: die Männer gönnen sich zur Feier der Ankunft ein mexikanisches Bier (es gibt kein anderes trinkbares), die Flasche zu 50 Kronen.

Beim Einchecken wird Gerd nach seinem Namen gefragt, die Rezeptionistin bis dahin eher unfreundlich und mit unterkühlt nordischem Charme. Gerd daraufhin wahrheitsgemäss: Gerhard….kurzes Unverständnis auf der anderen Seite, dann ein grosser Augenaufschlag und freudestrahlend: Gerard in schönstem französisch hingehaucht….. Ulrike und ich wenden uns fassungslos ab, werden jedoch sowieso fortan von der Dame ignoriert, sie hat nur Augen für „Gerard“. Der heisst fortan auch bei uns nur noch so, was er aber mit einem knappen: „Ihr dürft mich Maître Gerard“ nennen, kommentiert. Ansonsten will er von den extremen Flirtversuchen der Dame nichts mitbekommen haben.

Mehr oder weniger totmüde fallen wir gegen Mitternacht ins Bett. Morgen wartet ja auch eine lange Tour auf uns.

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Eine Antwort to “Mittwoch, 30.07.2008”

  1. Avatar von E+J Heller E+J Heller Says:

    Wir freuen uns sehr über das Vorhaben, in diesem Jahr eure Erlebnisse so
    aufzuschreiben, daß auch Zuhausegebliebene ein wenig teilhaben können.
    Haben die Adresse schon weitergegeben, hoffen in eurem Sinne.

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